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Pressemitteilung Uni Dresden

Forschungsförderung für die Entwicklung neuer Biomaterialien zur
Heilung von Knochen- und Hautgewebe bewilligt

*Ein gemeinsames Forschungsvorhaben der Technischen Universität Dresden
und der Universität Leipzig zur Erforschung und Entwicklung von
funktionellen Biomaterialien zur Steuerung von Heilungsprozessen in
Knochen- und Hautgewebe wird ab Juli 2009 von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) als Transregio-Sonderforschungsbereich 67
für zunächst vier Jahre gefördert. Bereits bei der Vorortbegutachtung
des Vorhabens im Dezember 2008 bescheinigten die DFG und die externen
Gutachter den Teilprojektleitern wie dem Gesamtforschungsvorhaben ein
innovatives Konzept, exzellente Vorarbeiten und ein zukunftsweisendes,
ambitioniertes Forschungsprogramm für die nächsten Jahre. Der geplante
Transregio vollzieht einen Brückenschlag von materialwissenschaftlicher
und biochemischer Grundlagenforschung bis hin zur klinischen Anwendung. *

Der Transregio 67 (TRR 67) wird in den nächsten Jahren neuartige,
funktionelle Biomaterialien auf der Basis von artifizieller
extrazellulärer Matrix erforschen. Im Wesentlichen sollen neue
Komponenten, vor allem bestehend aus Glykosaminoglykan-Derivaten
(Polysacchariden) und Kollagenen (Strukturproteinen) entwickelt und
analysiert werden, die Wechselwirkungen mit im Gewebe vorkommenden
Mediatoren eingehen und Heilungsprozesse zu steuern vermögen. Die Vision
der beteiligten Wissenschaftler ist es, dass sich durch die neuen
Materialien die Wundheilung nach Knochen- und Hautverletzungen
beschleunigen und verbessern lässt, da die Matrizes selbstorganisierend
und steuernd in den Wiederherstellungsprozess des Knochens oder der Haut
eingreifen können. Dies wird insbesondere in der Implantations- und
Transplatationsmedizin zu besseren und schnelleren Heilungserfolgen
führen und Patienten langwierige Behandlungen durch schlecht heilende
Verletzungen ersparen.

Entstanden ist die Transregio-Initiative aus der Dresdner
DFG-Forschergruppe FOR 308, die von 1998 bis 2006 bereits erste
Forschungserfolge bei der Entwicklung von Implantatbeschichtungen und
Knochenersatzmaterialien erzielen konnte. Auf Initiative der Sächsischen
Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und ihrer Verknüpfung über
ordentliche Mitglieder mit der Universität Leipzig konnte die Forschung
auf das Gebiet der Hautwundheilung und um die chemisch/biochemische
Expertise ausgeweitet werden, da an der Universität Leipzig hier
besonders exzellente und weitreichende Kompetenzen im Rahmen des
Profilbildenden Forschungsbereiches 3 vorhanden sind.

Der Transregio ist in zwei Forschungsbereiche geteilt. Einerseits
entwickeln die Materialwissenschaftler im Teilgebiet „Matrixengineering“
neue biochemische Komponenten, analysieren und charakterisieren diese
und stellen sie den mehr klinisch orientierten Arbeitsgruppen zur
Verfügung. Im zweiten Teilgebiet werden die entwickelten Materialien an
verschiedenen Modellen (Zellkulturen, Tiermodelle) getestet und durch
Rückkopplung mit den Materialwissenschaftlern beständig weiterentwickelt
und in ihren Eigenschaften optimiert.

Unterstützend werden einige methodisch orientierte zentrale Projekte
eingerichtet, die besondere Testplattformen entwickeln und Services
anbieten, die von allen Teilprojekten gleichermaßen genutzt werden können.

Der Transregio wird sich auch stark in der Nachwuchsförderung engagieren
und hat dazu ein integriertes Graduiertenkolleg „Matrixengineering“
eingerichtet, welches den im TRR 67 beschäftigten Promovierenden neben
der Arbeit an ihrem Dissertationsprojekt eine strukturierte
Ausbildungskomponente anbietet. Es werden Kurse zur fachlichen
Weiterbildung, zu interdisziplinären Themen, die alle Teilprojekte
betreffen, sowie zu Schlüsselqualifikationen im wissenschaftlichen
Betrieb angeboten. Neu ist auch die Verpflichtung für Promovierende,
zwei Wochen jährlich in einem anderen Teilprojekt mitzuarbeiten, um den
fachlichen Horizont zu erweitern und dadurch die Vernetzung zu fördern.
Das integrierte Graduiertenkolleg ist in die bereits vorhandenen
Graduiertenschulen an beiden Standorten, die Research Academy Leipzig
(RAL) und die Dresden International Graduate School of
Biomedicine/Bioengineering (DIGS-BB) eingebunden.

Sprecher des Transregios 67 ist Professor Dr. Jan-Christoph Simon,
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie,
Universitätsklinikum Leipzig, stellvertretender Sprecher Professor Dr.
Hartmut Worch, Institut für Werkstoffwissenschaft, Max-Bergmann-Zentrum
für Biomaterialien, Fakultät Maschinenwesen an der TU Dresden. Weitere
Teilprojekte sind in Dresden am Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“
den Kliniken für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, für Mund-
Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Medizinischen Klinik III, dem
Institut für Physiologische Chemie, am BIOTEC sowie dem Institut für
Biophysik angesiedelt. In Leipzig beteiligen sich Wissenschaftler des
Instituts für Medizinische Physik und Biophysik, die Klinik für
Dermatologie, Venerologie und Allergologie, der Medizinischen Fakultät
und der Institute für Biochemie und Pharmazie, Fakultät für
Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie sowie des Instituts für
Organische Chemie, Fakultät für Chemie und Mineralogie am
Forschungsvorhaben. Durch den Transregio geförderte Kooperationspartner
sind zudem das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V., das
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig, und Innovent e.
V., Jena.

Das Förderungselement Transregio/SFB fördert Forschungsverbünde an denen
mindestens zwei Universitäten an zwei Standorten beteiligt sind. Der
Transregio wird zunächst vier Jahre durch die DFG gefördert. Der
Förderumfang für das Vorhaben beläuft sich insgesamt auf knapp 10
Millionen Euro.



Informationen für Journalisten:
Prof. Hartmut Worch (TUD), Tel. 0351 463-37600/- 39410,
E-Mail: hartmut.worch@tu-dresden.de <mailto:hartmut.worch@tu-dresden.de>
Klinikdirektor, Prof. Dr. med. Jan C. Simon, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Philipp-Rosenthal-Str. 23, 04103 Leipzig, Tel.: 0341 97-18600

Dresden, 02. Juni 2009

--
Pressestelle TU Dresden
01062 Dresden
Tel. 0351 463-32398
Fax 0351 463-37165
pressestelle@tu-dresden.de
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Eine Kommanditgesellschaft (KG), die eine Pferdezucht betreibt, ist auch bei fehlender Gewinnerzielungsabsicht umsatzsteuerrechtlich

Umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Betriebs einer PferdezuchtUnternehmer und kann die ihr in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 12. Februar 2009 V R 61/06. Im Streitfall betrieb eine KG - mit ständigen Verlusten - eine Pferdezucht.

Das Finanzamt setzte im Umsatzsteuerbescheid für 1999 für die Zeit bis zum 31. März 1999 einen sog. Repräsentationseigenverbrauch fest und ließ die auf den Zeitraum ab 1. April 1999 entfallenen Vorsteuerbeträge nicht zum Abzug zu weil die KG Aufwendungen getätigt habe, die unter das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) fielen. Die dort genannten Repräsentationsaufwendungen (z.B. für Jagd, Fischerei, Segel oder Motorjacht) dürfen einkommensteuerlich wegen ihres Zusammenhangs mit der privaten Lebensführung nicht abgezogen werden. Umsatzsteuerlich dürfen die in Rechnung gestellten Vorsteuern die Umsatzsteuerschuld nicht mindern.

Der BFH entschied, die Voraussetzungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG seien im Streitfall nicht erfüllt. Nach der Rechtsprechung diene zwar beispielsweise auch ein aus Repräsentationsgründen unterhaltenes Rennpferd "ähnlichen Zwecken" wie die ausdrücklich in dieser Vorschrift genannten Gegenstände Jagd, Fischerei, Segel oder Motorjacht. Damit sei der vorliegende Streitfall aber nicht vergleichbar. Der Betrieb einer Pferdezucht in größerem Umfang mit erheblichen (sechsstelligen) Umsätzen pro Jahr diene bei typisierender Betrachtung nicht einer überdurchschnittlichen Repräsentation, der Unterhaltung von Geschäftsfreunden, der Freizeitgestaltung oder der sportlichen Betätigung.